Doping-Prävention im (Spitzen-)Sport

Die Kölner Liste® ist eine Initiative aus dem Sport und führt Nahrungsergänzungsmittel (NEM) mit minimiertem Dopingrisiko.

Der Markt der NEM ist sehr dynamisch und heterogen. Bei der Herstellung von NEM können durch Fehler im Produktionsprozess unbeabsichtigt Dopingsubstanzen in die Produkte gelangen oder diese werden im Rahmen bewusster Manipulationen vom Hersteller beigemischt. Auch wenn nur ein relativ geringer Anteil der Produkte betroffen ist (siehe IOC-Studie 2004), stellt dies eine enorme Gefahr für Athleten dar und kann die gesamte NEM-Branche in Misskredit bringen.

Die Kölner Liste® bietet daher Athleten und Unternehmen eine unabhängige Service-Plattform, auf der Informationen transparent veröffentlicht werden, um die Sicherheit für beide Seiten zu erhöhen.

Entstehung der Kölner Liste®

Eine internationale vom IOC geförderte Studie des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln aus dem Jahr 2004 zeigte auf, dass etwa 15 Prozent von in 13 verschiedenen Ländern erworbenen NEM Anabolika enthielten, die nicht auf der Packung angegeben waren. Bei den Anabolika handelte es sich zum damaligen Zeitpunkt wahrscheinlich um Verunreinigungen, die keinen wirklichen Dopingeffekt hatten, aber unabsichtlich zu positiven Dopingbefunden führen konnten. Das Ergebnis schreckte die Sportwelt wie die NEM-Branche gleichermaßen auf. So traten einzelne Unternehmen auf das Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln (ZePräDo) zu und ließen ihre Produkte hinsichtlich einer möglichen Kontamination auf anabole Steroide und Stimulantien testen. Dies diente primär der internen Überprüfung der Produktionswege bzw. Rohstofflieferanten.

Schnell entstand die Idee, die Analyse-Ergebnisse neben den Unternehmen auch den Athleten zur Verfügung zu stellen, um deren Unsicherheit ebenfalls zu minimieren. Eine seriöse Orientierungsplattform mit einem unabhängigen Qualitätssiegel für verantwortungsvolle Unternehmen und Athleten war geboren: die Kölner Liste®.

Der Olympiastützpunkt Rheinland (OSP) initiierte den Aufbau der Kölner Liste®, da OSP-Leiter Michael Scharf dies als Teil der Sorgfaltspflicht gegenüber den Athleten sah. So startet die Kölner Liste® 2006 mit 25 Produkten und war damit der weltweit erste Lösungsansatz für die Problematik der Kontamination von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM).

Entwicklung der Kölner Liste®

Der Ansatz der Kölner Liste® überzeugte sowohl Athleten als auch Unternehmen und so stieg die Anzahl der gelisteten Produkte bis 2008 auf 150 Produkte. Die zunehmende Nachfrage von ausländischen Athleten und Verbänden initiierte im selben Jahr die Erweiterung der Kölner Liste® mit einer englischen Fassung.

Im Jahr 2010 wurde zusätzlich zur verpflichtenden Analyse auf anabole Steroide auch die Testung auf relevante Stimulantien angeboten. Anlass hierfür war ein zunehmendes Vorkommen von nicht deklarierten Stimulantien in NEMs. Die Anzahl der Produkte auf der Kölner Liste® lag in 2010 bei 270 Produkten.

Nicht deklarierte Stimulantien in einem NEM sorgten 2014 auch für den positiven Dopingtest der deutschen Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle bei den Olympischen Winterspielen in Sotchi, wodurch die Problematik einer breiteren Öffentlichkeit bewusst wurde. Im Zuge dessen wurde die Kooperation mit dem Ressort Prävention der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) intensiviert. Die NADA integrierte die Kölner Liste® in ihre Service-App (NADA-APP IOS / NADA-APP Android) und in ihr Präventionsprogramm GEMEINSAM GEGEN DOPING. Die Anzahl der Produkte auf der Kölner Liste® stieg zum Jahresende 2014 auf 570 Produkte.

Die Zusammenarbeit mit der NADA-Prävention wurde intensiviert und Ansätze, die Sicherheit gerade für Testpool-Athleten der NADA zu erhöhen, wurden im Zuge eines Relaunchs der Kölner Liste 2017 integriert. Zu diesem Zeitpunkt sind ca. 940 Produkte und deren Laboranalysen auf der Kölner Liste® veröffentlicht.

Situation und Ausblick

Die Kölner Liste® ist im Jahr 2017 weiterhin die erste und größte Dopingpräventionsplattform für NEM weltweit. Der Service für Testpool-Athleten wird mit fachlicher Unterstützung der NADA-Prävention sukzessive ausgebaut. Auf diese Weise können im Sinne aller Beteiligten Dopingfallen und Gesundheitsgefährdungen minimiert werden.

Die Relevanz der Kölner Liste® erweitert sich zunehmend auch auf den Kreis der Freizeit- und Breitensportler. Der Transfer - Produkte, die gründlich und gewissenhaft vor dem Doping-Hintergrund produzieren, müssen auch in anderen Bereichen „sauber“ sein - zahlt auf das Gesundheitsbewusstsein dieses Klientel ein. Vermehrte Initiativen von Fitness-Ketten und Ausdauer-Veranstaltern spiegeln diese Entwicklung wider.

Als Initiative aus dem Sport und für den Sport sind wir auch für diesen nächsten Schritt mit unserem Prinzip von Freiwilligkeit und Transparenz für Sportler und Unternehmen hervorragend aufgestellt.