Die Kölner Liste® für Sportler

Die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) kooperiert im Bereich der Prävention mit der Kölner Liste®. Die NADA hat dabei das Ziel, eine höchstmögliche Sicherheit gerade für Testpool-Athleten im Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) zu erreichen. In diesem Zusammenhang hat die NADA Ergänzungen zum bestehenden Angebot der Kölner Liste® angeregt und einen weiterführenden Service initiiert. Dieser Service für Testpool-Athleten umfasst aktuell folgende Maßnahmen:

  1. Angebot eines Verfügbarkeits-Services getesteter Produkte 
  2. Integration des Label-Checks als Listungs-Voraussetzung für Produkte
  3. Sensibilisierung zur NEM-Bedarfsermittlung durch OSP-Ernährungsberater 
  4. Abbildung von Zertifikaten zur Produktsicherheit

Die Kölner Liste® ist eine Initiative aus dem Sport und führt Nahrungsergänzungsmittel (NEM) mit minimiertem Dopingrisiko.

Seit 2006 bietet die Kölner Liste® Unternehmen die Möglichkeit, Analysen auf anabole Steroide und Stimulantien, die von einem in der NEM-Analytik auf Dopingsubstanzen international führenden und unabhängigen wissenschaftlichen Labor durchgeführt wurden, zu veröffentlichen.

Die Kölner Liste® ist damit vorrangig eine Initiative zur Doping-Prävention im Spitzensport, in dem sie Athletinnen und Athleten, die dem Dopingkontrollsystem unterliegen, eine Hilfestellung bietet, das Dopingrisiko bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu reduzieren.

Die Kölner Liste® ist aber auch für Breiten- und Wettkampfsportler interessant, auch wenn Doping für diese Zielgruppe keine direkte Relevanz im Hinblick auf mögliche Sanktionen hat. Denn wer möchte schon Substanzen unbewusst aufnehmen, die unter das Arzneimittelgesetz fallen und zu gesundheitlichen Schädigungen führen können?

Grundsätzlich können alle (Ernährungs-)Produkte auf der Kölner Liste® gelistet werden, über deren Einnahme (oder Nutzung) ein Sportler unwissentlich Dopingsubstanzen zu sich nehmen kann. Dies sind in erster Linie Nahrungsergänzungsmittel, da es hierzu die entsprechenden Untersuchungen gab. Es sind aber auch andere sportaffine Ernährungsprodukte wie Sportgetränke, Müsliriegel, Brotback-Mischungen, etc.

Arzneimittel stehen nicht auf der Kölner Liste®. Viele Arzneimittel können je nach Inhaltsstoffen zu einem positiven Dopingbefund führen. Vor Einnahme eines Arzneimittels sollte immer über die NADAmed geprüft werden, ob das entsprechende Arzneimittel eine Dopingrelevanz hat.

Die Medikamenten-Datenbank der Nationale Anti Doping Agentur Deutschland NADAmed soll es Sportlern und Betreuern ermöglichen, eine leicht zugängliche und schnelle Auskunft über die Dopingrelevanz von Medikamenten zu erhalten. Die Datenbank enthält eine Auswahl häufig verschriebener oder angefragter Medikamente, die in Deutschland als Arzneimittel zugelassen oder als homöopathisches Arzneimittel registriert sind. Medikamente aus anderen Ländern sind nicht aufgeführt.

Basis dieser Datenbank ist die Liste von bislang bei der NADA nachgefragten sowie häufig verschriebenen Medikamenten. Sie umfasst zurzeit knapp 3.500 Medikamente und Wirkstoffe und wird ständig erweitert. Die Auswahl ist subjektiv und soll hauptsächlich jene Präparate erfassen, die bei Sportlern häufiger zur Anwendung kommen.

Für die Veröffentlichung auf der Kölner Liste® sind ein Label-Check der Original-Produktverpackung sowie eine Analyse auf anabole Steroide und Stimulantien am Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln (ZePräDo) notwendig. Darüber hinaus muss das Unternehmen in einer Selbstauskunft Angaben zum jeweiligen Produkt und seinem Unternehmen machen und beantwortet Fragen, die eine Einschätzung hinsichtlich des Kontaminations-Risikos seines Produktes mit Dopingsubstanzen ermöglichen.

Beim Label-Check untersuchen Pharmazeuten des ZePräDo die Original-Produktverpackungen auf dopingrelevante Inhaltsstoffe (und vor allem deren Synonyme) sowie Bezeichnungen oder Formulierungen, die ausdrücklich oder sinngemäß die garantierte Dopingfreiheit des Produktes suggerieren.

Die Veröffentlichung eines Produktes auf der Kölner Liste® bedeutet nicht, dass ein Produkt grundsätzlich frei von Doping-Substanzen wie z.B. Prohormonen bzw. Anabolika oder Stimulantien ist. Es bedeutet lediglich, dass das Dopingrisiko deutlich minimiert ist. Die Einschätzung des Dopingrisikos liegt beim Sportler selbst.

Grundsätzlich haben Produkte, die sich regelmäßigen Laboranalysen eines anerkannten Anti-Doping-Programms wie der Kölner Liste® unterziehen, ein signifikant reduziertes Risiko, verbotene Substanzen zu beinhalten.

Im zentralen Suchfeld kann die Produkt-Datenbank nach "Produktname" und "Unternehmensname" durchsucht werden. Alternativ kann durch Anklicken der Option "Alle Produkte anzeigen" auch die gesamte Produktdatenbank angezeigt werden. Zunächst muss der User aber in der sich öffnenden Info-Box den Vorab-Informationen zur Nutzung der Kölner Liste® zustimmen.

Das adäquate Suchergebnis ist alphabetisch nach "Produkt" geordnet und zeigt die Informationen: Unternehmen, Produkt, Produktkategorie, Verfügbarkeit getesteter Produkte. Das Suchergebnis kann nach Unternehmen, Produkt und Produktkategorie alphabetisch sortiert werden.

Der detaillierte Produkteintrag ist durch Anklicken des Produktnamens erreichbar, hier sind alle relevanten Informationen zum Unternehmen, das das Produkt herstellt oder vertreibt, zum Produkt sowie die zur Einschätzung notwendigen Informationen wie Analyseberichte und beantwortete Fragen zur Produktsicherheit aus der Selbstauskunft einsehbar.

Im ersten Schritt sollten innerhalb des detaillierten Produkteintrages die Antworten des Unternehmens in der Selbstauskunft kontrolliert werden, da diese eine erste Einschätzung hinsichtlich des Kontaminations-Risikos des Produktes mit Dopingsubstanzen ermöglichen.

Eine zusätzliche Orientierungsmöglichkeit bietet die Anzahl der realisierten Produktanalysen, die jeweils bei den Produktdetails veröffentlicht werden - regelmäßige Kontrollen erhöhen die Sicherheit des Produktes.

Das Qualitätsmanagement bei der Herstellung des Produktes kann das Unternehmen durch aktuelle Zertifizierungen von Managementsystemen und Produktionsstandards zur Lebensmittelsicherheit darstellen. Jedes in diesem Bereich des Produkteintrages angegebene Zertifikat erhöht die Produktsicherheit.

Grundsätzlich können die Anbieter der Kölner Liste® nur Informationen zu Produkten geben, die auf der Kölner Liste® gelistet sind. Informationen zu anderen Produkten müssen im Einzelfall beim Unternehmen eingeholt werden, am besten durch eine Kontaktaufnahme über die Produkt- oder Unternehmens-Homepage.

Es besteht keine Möglichkeit für Privatpersonen, Vereine oder Verbände, eigeninitiativ Laboranalysen am Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln in Auftrag zu geben.

Die Kölner Liste® für Testpool-Athleten

In der Produktdatenbank der Kölner Liste® sind in der entsprechenden Spalte die Produkte gekennzeichnet, deren Unternehmen den Verfügbarkeits-Service unterstützen. Im detaillierten Produkt-Eintrag, der durch Anklicken des Produktnamens erreichbar ist, führt dann ein externer Link direkt zum Angebot getesteter Produkte. 

Die Zusage des Unternehmens, dass das Produkt aus einer getesteten Charge stammt, gilt ausschließlich für das angeklickte Produkt.

Grundsätzlich gilt: Um getestete Produkte zu finden, bitte immer über die Kölner Liste® suchen und nicht über die Shop-Seite des externen Links.

Wir empfehlen nach Erhalt des Produktes, die Chargennummer auf der gelieferten Verpackung mit jener auf der Kölner Liste® zu vergleichen. Bei fehlender Übereinstimmung bitten wir um direkte Kontaktaufnahme mit der Kölner Liste®.

Kölner Liste®
c/o Agentur HEIMSPIELE
Ansprechpartner Dirk Anton oder Nicola Smets
Tel.: +49 (0)221/995959-10
E-Mail: info@koelnerliste.com

Das relevante Produkt muss auf der Kölner Liste® stehen und damit den vollständigen Registrierungsprozess durchlaufen haben. Gleichzeitig muss über die angegebene Bezugsquelle eine kontinuierliche Verfügbarkeit getesteter Ware sichergestellt sein.

Beim Label-Check untersuchen Pharmazeuten des Zentrums für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln (ZePräDo) die Original-Produktverpackungen auf dopingrelevante Inhaltsstoffe bzw. deren bekannte Synonyme oder Fantasienamen, die nicht auf der Verbotsliste der WADA stehen.

Darüber hinaus werden Produktnamen sowie Slogans und Bezeichnungen auf der Verpackung auf Dopingrelevanz geprüft genauso wie Formulierungen, die ausdrücklich oder sinngemäß die garantierte Dopingfreiheit des Produktes suggerieren.

Beanstandungen beim Label-Check haben zur Folge, dass das Produkt nicht zu einer Laboranalyse zugelassen wird und entsprechend keinen Eingang in die Kölner Liste® findet.

Ein reflektierter und professionell begleiteter Einsatz von NEMs reduziert das Risiko für Testpool-Athleten, in eine Dopingfalle zu tappen. Die Ernährungsberater an den Olympiastützpunkten stehen den Top-Athleten zur Beratung zur Verfügung. Durch drei einfache Fragen zum Einsatz von NEM kann jeder Testpool-Athlet einschätzen, ob ein solches Gespräch sinnvoll ist und sein persönliches Risiko minimieren.

  1. Frage: Gibt es konkrete Hinweise auf Nährstoffdefizite (z.B. Blutwerte)?
  2. Frage: Kennst Du Deinen Ernährungsstatus (z.B. Ernährungsanalyse)?
  3. Frage: Wurdest Du darüber aufgeklärt, in welcher Dosierung und Phase Du das NEM einnehmen sollst?

Falls Du Dir bei mindestens einer der Fragen unsicher bist, kannst Du Dich gerne mit einem Dir zugeordneten OSP-Ernährungsberater in Verbindung setzen.

Liste OSP-Ernährungsberater

Unternehmen aus der NEM-Branche können sich unterschiedlichen Zertifizierungsprozessen von Managementsystemen sowie Produktions-Standards zur Lebensmittelsicherheit unterziehen. Für die Zertifizierung sind unabhängige, akkreditierte Institutionen zuständig, deren Zertifikate international anerkannt und akzeptiert sind. Diese bieten dann eine zusätzliche Orientierung hinsichtlich des Qualitätsmanagements bzw. der Produktsicherheit.

Die Unternehmen haben die Möglichkeit, folgende Zertifikate in der Kölner Liste® zu veröffentlichen:

  •  FSSC 22000 (Food Safety System Certification 22000)
  •  IFS Food (International Food Standard)
  •  BRC Global Standard 
  •  ISO 22000
  •  ISO 9001
  •  HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points)
  •  GMP Good Manufacturing Practice

Bisher konnten sich Athleten auf der Kölner Liste® orientieren, welche Chargen eines Produktes auf Dopingsubstanzen getestet wurden. Es war aber schwer, exakt diese getesteten Produkt-Chargen auch im Handel, in der Apotheke oder über das Internet zu beziehen. Über den neuen geschaffenen Verfügbarkeits-Service können Athleten nun getestete Produkte direkt bei den teilnehmenden Anbietern bestellen und dadurch ihr Risiko noch weiter minimieren. Ein deutlicher Schritt zu noch mehr Sicherheit, aber auch hier gilt: eine 100%ige Sicherheit gibt es nicht.

Die Kölner Liste® für NEM-Unternehmen

Durch die Kölner Liste® können Unternehmen ihre Zielgruppen (z.B. Athleten, Trainer und Sportmediziner) über ihre Produkte informieren und etwaige Unsicherheiten in Bezug auf Dopingrisiko oder Gesundheitsgefährdung deutlich minimieren. Mit ihrem freiwilligen Engagement erhöhen sie die Transparenz im heterogenen Markt der Nahrungsergänzungsmittel.

Um ein Produkt in der Kölner Liste® zu veröffentlichen, sendet das Unternehmen eine Anfrage an die Kölner Liste®.

Anschließend erhält der Interessent eine E-Mail mit den wichtigsten Informationen zu einer Produktlistung auf der Kölner Liste® und einen Link in das Portal zur Produktregistrierung. Dort werden alle relevanten Informationen zum Unternehmen und zum entsprechenden Produkt eingegeben.

Nach interner Prüfung der Daten werden von HEIMSPIELE als administrativem Part der Kölner Liste® die entsprechende Selbstauskunft sowie der Vertrag zur Präsenz des Produktes auf der Kölner Liste® erstellt und dem Unternehmen zur Unterzeichnung zugestellt.

Parallel sendet das Unternehmen eine originalverpackte Verbrauchseinheit des Produktes für einen Label-Check und zur Laboranalyse am Zentrum für präventive Dopingforschung der DSHS Köln ZePräDo ein. Nach Erhalt des Analyseberichtes leitet das Unternehmen diesen an HEIMSPIELE zur Veröffentlichung auf der Kölner Liste® weiter.

Die Nahrungsergänzungsmittel, die auf der Kölner Liste® stehen, müssen am Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln (ZePräDo), in einem in der NEM-Analytik auf Dopingsubstanzen weltweit führenden Labor, auf anabol-androgene Steroide (Prohormone) und auf Stimulantien analysiert werden.

Das Zentrum für präventive Dopingforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln (ZePräDo) benötigt für den Label-Check und die anschließende Laboranalyse eine originalverpackte Verbrauchseinheit des Produktes. Sollte diese weniger als 30 g beinhalten, müssen weitere Packungen derselben Chargennummer eingeschickt werden. Aus mehreren Teilproben bestehende Produkte müssen getrennt behandelt und entsprechend vom Labor auch getrennt abgerechnet werden. Weiterhin benötigt das Labor einen schriftlichen Analysenauftrag mit allen offiziellen Unternehmensdaten.

Voraussetzung zur Listung eines Produktes auf der Kölner Liste® ist eine einmalige Analyse auf anabol-androgene Steroide (Prohormone) und Stimulantien am Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln. Dadurch wird eine Vergleichbarkeit der Analyseergebnisse in Bezug auf die angewendeten Analyseverfahren und bestehenden Qualitätsstandards einer wissenschaftlichen Institution gewährleistet. Überdies kann ein Unternehmen sein Produkt für interne Zwecke zusätzlich in einem anderen geeigneten Labor analysieren lassen.

Für die Laboranalyse kann in der Regel ein Zeitraum von 10-15 Arbeitstagen veranschlagt werden. Da bei analytischen Schwierigkeiten ggf. die Probenaufarbeitung modifiziert werden muss, kann es in Einzelfällen auch zu Verzögerungen kommen. Eine Beschleunigung des Analyseverfahrens gegen Aufpreis ist leider nicht möglich.

Das Auftrag gebende Unternehmen erhält nach Analyseabschluss per Post den entsprechenden Analysebericht des Zentrums für präventive Dopingforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln (ZePräDo). Um die Analyse auf der Kölner Liste® zu veröffentlichen, sendet das Unternehmen die Laboranalyse entweder im Original per Post, per Fax oder als PDF an die Kölner Liste.

Bisherige Studien zu verunreinigten und gefälschten Nahrungsergänzungsmitteln haben gezeigt, dass hierfür zumeist anabol-androgene Steroide und Stimulantien verantwortlich waren.

Listungsvoraussetzungen sind eine unterschriebene Selbstauskunft des Unternehmens für jedes Produkt, eine Laboranalyse am Zentrum für präventive Dopingforschung der DSHS Köln ZePräDo in Verbindung mit einem Label-Check der eingereichten Original-Produktverpackung sowie ein Vertrag zur Veröffentlichung des Produktes mit HEIMSPIELE als administrativen Part der Kölner Liste®.

Detaillierte Infos gibt es unter "Unternehmens-Infos" in der Hauptnavigation.

Die Kölner Liste®: Allgemeine Informationen

Die Kölner Liste® ist eine Initiative aus dem Sport und führt Nahrungsergänzungsmittel (NEM) mit minimiertem Dopingrisiko.

Seit 2006 bietet die Kölner Liste® Unternehmen die Möglichkeit, Analysen auf anabole Steroide und Stimulantien, die von einem in der NEM-Analytik auf Dopingsubstanzen international führenden und unabhängigen wissenschaftlichen Labor durchgeführt wurden, zu veröffentlichen.

Mit über 900 Produkten ist die Kölner Liste® weltweit die größte Informationsplattform zum Thema NEM-Sicherheit.

Die Kölner Liste® ist fester Bestandteil des Präventionsprogrammes GEMEINSAM GEGEN DOPING der Nationalen Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) und kooperiert eng mit der Athletenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Beides macht die Kölner Liste® zu einem unverzichtbaren Partner im Spitzen- und Leistungssport. Aber auch im Freizeit- und Breitensport orientieren sich Menschen zunehmend anhand der Kölner Liste®.

Beim Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln besteht das Risiko einer unabsichtlichen Aufnahme von Dopingsubstanzen, die zu gesundheitlichen Schädigungen und positiven Dopingbefunden führen kann. Die verbotenen Substanzen gelangen durch eine unzureichende Reinigung der im Produktions- oder Verpackungsprozess beteiligten Maschinen oder durch kontaminierte Rohstoffe in das Produkt (Produkt-Kontamination) oder werden von kriminellen Unternehmen bewusst beigemischt, um die Wirksamkeit eines Produktes zu erhöhen (Produktfälschung).

Anlass zur Gründung der Kölner Liste® waren die Ergebnisse einer internationalen vom IOC geförderten Studie des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln aus dem Jahr 2004, die die Sportwelt wie auch die NEM-Branche gleichermaßen aufschreckte. Die Studie ergab, dass etwa 15 Prozent von in 13 verschiedenen Ländern erworbenen NEM Anabolika enthielten, die nicht auf der Packung angegeben waren. Bei den Anabolika handelte es sich zum damaligen Zeitpunkt wahrscheinlich um Verunreinigungen, die keinen wirklichen Dopingeffekt hatten, aber unabsichtlich zu positiven Dopingbefunden führen konnten.

Daraufhin traten einzelne Unternehmen auf das Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln (ZePräDo) zu und ließen ihre Produkte hinsichtlich einer möglichen Kontamination auf anabole Steroide und Stimulantien testen. Dies diente primär der internen Überprüfung der Produktionswege bzw. Rohstofflieferanten.

Schnell entstand die Idee, die Analyse-Ergebnisse neben den Unternehmen auch den Athleten zur Verfügung zu stellen, um deren Unsicherheit ebenfalls zu minimieren. Eine seriöse Orientierungsplattform mit einem unabhängigen Qualitätssiegel für verantwortungsvolle Unternehmen und Athleten war geboren: die Kölner Liste®.

Nahrungsergänzungsmittel: Allgemeine Informationen

Als Nahrungsergänzungsmittel (NEM) werden Lebensmittel bezeichnet, die dazu bestimmt sind, die allgemeine Ernährung zu ergänzen. Sie bestehen aus Einfach- oder Mehrfachkonzentraten von Nährstoffen oder anderen Stoffen, die normalerweise mit der Nahrung aufgenommen werden. In der Regel werden sie in "Lebensmittel-untypischer", fertig dosierter Form, also etwa als Tabletten, Kapseln oder Pulver angeboten.

Zu den Nahrungsergänzungsmitteln zählen Vitamine (z.B. Vitamin A, B6, C usw.) und Mineralstoffe (z.B. Magnesium, Eisen und Kalzium), Aminosäuren, essentielle Fettsäuren, Ballaststoffe, Pflanzen- und Kräuterextrakte sowie Protein- und Kohlenhydrat-Konzentrate und Probiotika.

Da Nahrungsergänzungsmittel Lebensmittel sind, gelten für sie die Bestimmungen des Lebens- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB). Sie benötigen - anders als Arzneimittel - keine Zulassung sondern unterliegen lediglich einer Registrierungspflicht beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Für die Sicherheit sind die Unternehmen und Vertreiber verantwortlich. Sie werden demnach auch nicht auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit hin überprüft und unterliegen weniger strengen Kontrollen als Medikamente.

Beim Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln besteht das Risiko einer unabsichtlichen Aufnahme von verbotenen Dopingsubstanzen, die zu gesundheitlichen Schädigungen und positiven Dopingbefunden führen kann.

Die verbotenen Substanzen gelangen dabei entweder durch eine unzureichende Reinigung der im Produktions- oder Verpackungsprozess beteiligten Maschinen oder kontaminierte Rohstoffe in das Produkt, dann spricht man von einer Verunreinigung bzw. Kontamination.

Oder sie werden vom Unternehmen bewusst beigemischt, wodurch dieser versucht, die Wirksamkeit eines Produktes zu erhöhen - es handelt sich also um eine Produktfälschung. Die Dopingsubstanzen sind dabei entweder gar nicht auf dem Etikett angegeben oder werden mit Synonymen oder Fantasienamen bezeichnet, die nicht auf der Verbotsliste der WADA stehen. Die Konzentrationen der Dopingsubstanzen, bei denen es sich meist um in Deutschland nicht zugelassene verschreibungspflichtige Substanzen handelt, variieren sehr stark und können weit über der maximalen Dosierungsempfehlung für diese Stoffe liegen.

Hauptkandidaten, vor allem für absichtlich gefälschte Nahrungsergänzungsmittel (NEM), sind aktuellen Untersuchungen zur Folge Schlankheitsmittel (gefälscht mit Stimulanzien), muskelaufbauende NEMs (Anabolika), fettabbauende und muskelaufbauende NEMs (ß2-Agonisten) und motivationsfördernde NEMs und Neuroenhancer (Stimulanzien). In Nachuntersuchungen bei positiven Dopingfällen wurden auch NEMs mit Diuretika gefunden.

Prinzipiell zu meiden sind daher NEMs mit extremen Werbeaussagen z. B. zum Fettabbau, zum Muskelaufbau oder zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit.