Trainer

Liebe Trainerinnen und Trainer,

willkommen auf der Seite der Kölner Liste®, einer Service-Plattform des Olympiastützpunktes Rheinland für Athleten und ihr sportliches und privates Umfeld. Hier finden Sie getestete und registrierte Nahrungsergänzungsmittel mit reduziertem Dopingrisiko.

Schauen Sie nach, ob Sie das von Ihrem betreuten Sportler genutzte Produkt auf dieser Liste finden, denn dies bedeutet, dass es mit minimiertem Risiko eingenommen werden kann. Informieren Sie sich über die Gefahren von Nahrungsergänzungsmitteln, denn ein Restrisiko bleibt immer erhalten.  

Ausgangssituation IOC-Studie:

Eine internationale vom IOC geförderte Studie des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln hat das beunruhigende Ergebnis gebracht, dass etwa 15 Prozent der in 13 verschiedenen Ländern erworbenen Nahrungsergänzungsmittel Anabolika (hauptsächlich Prohormone) enthielten, die nicht auf der Packung angegeben waren. In Deutschland enthielten ca. 11 Prozent der getesteten Nahrungsergänzungsmittel verbotene Anabolika. Bei den Anabolika handelt es sich wahrscheinlich um Verunreinigungen, die keinen Dopingeffekt haben, aber dennoch zu positiven Dopingbefunden führen können. Eine ähnlich angelegte Untersuchung aus Österreich untermauert die Ergebnisse. Aktuell führt das Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln im Auftrag der WADA (World Anti-Doping Agency) eine Folgestudie durch.

Hintergrund Kölner Liste®:

Die Kölner Liste® ist eine Hilfestellung für Athleten, das Dopingrisiko bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu reduzieren. Athleten, deren Trainer und Umfeld sollen sensibilisiert werden, welche Gefahren bei der Nutzung von Nahrungsergänzungsmittel bestehen. Bisher waren die Athleten diesbezüglich auf sich allein gestellt und mussten Herstellern und Trainern vertrauen, dass sie nicht mit verunreinigten Produkten konfrontiert wurden. Durch fehlende bzw. unzureichende Informationen über einzelne Produkte und Unwissenheit über die Risiken von Ernährungsprodukten kommt es jedoch immer wieder zu unverschuldeten positiven Dopingbefunden. Die Konsequenzen trägt hier immer der Sportler. Er gerät in Misskredit und seine sportliche Karriere ist gefährdet.

 

Der Olympiastützpunkt Rheinland hat aus diesem Grund vor einigen Jahren die Initiative ergriffen und in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln diese Internet-Plattform erstellt. Ziel ist neben der Darstellung von Produkten mit minimiertem Dopingrisiko auch die Aufklärung über die Gefahren und Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln.

Bedingungen für Hersteller:

Die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um ein Produkt auf der Kölner Liste® platzieren zu können. Das gelistete Produkt muss mindestens einmal am Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln auf anabol-androgene Steroide (Prohormone) und Stimulantien untersucht worden sein.

Zusätzlich muss der Hersteller in einer Selbstauskunft zwei Fragen beantworten, die eine Einschätzung hinsichtlich des Kontaminations-Risikos des Produktes im Herstellungs-, Verarbeitungs- und Vertriebsprozess ermöglichen. Diese Angaben können zwar nicht verifiziert werden, sie sind jedoch durch die Unterschrift des Herstellers bestätigt und damit juristisch verbindlich.

Analyseergebnisse beziehen sich immer nur auf die analysierte Charge. Eine Charge bezeichnet dabei eine Menge eines Stoffs, mit der ein Apparat, z.B. ein Rührkessel, befüllt wird. Aus einer Charge werden dann eine bestimmte Menge an Verpackungseinheiten gefertigt, die alle die entsprechende Chargen-Nummer haben. Diese werden mit dem entsprechenden Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Kölner Liste® veröffentlicht.

Wichtig:
Weder die Veröffentlichung auf der Kölner Liste® noch eine negative Laboranalyse einzelner Chargen bedeuten, dass ein Produkt grundsätzlich frei von Prohormonen bzw. Anabolika oder Stimulantien ist. Es bedeutet lediglich, dass das Dopingrisiko dieses Produkts minimiert ist.

Nutzung der Kölner Liste:

Die Handhabung der Kölner Liste® ist ganz einfach: Über den Button "Produkt-Datenbank" gelangt man zu einer Seite, auf der einige grundlegende Informationen zur Kölner Liste® gelesen und durch das Anklicken eines Feldes bestätigt werden müssen. Danach befindet man sich direkt auf der Produktübersicht der Kölner Liste®. Zu jedem Produkt werden zusätzlich Produktkategorie, Hersteller und der Zeitpunkt der aktuellsten Analyse aufgeführt. Jede Spalte kann über Anklicken des Doppelpfeils alphabetisch oder im Falle der Analysen nach Datum sortiert werden. Das Analyse-Datum bezieht sich immer auf die aktuellste Untersuchung.

 

Suchfunktionen vereinfachen die Suche nach Produkt, Produktkategorie und Hersteller. Ist z.B. der Produktname bekannt, so kann dieser in das erste Suchfeld eingetragen werden. Über die "Return"-Taste oder durch Anklicken der Schaltfläche "Suchen" startet man die Suche. Die Suche kann zudem durch die Wahl einer Produktkategorie eingeschränkt werden. Durch ein Anklicken des Produktes erhält man detaillierte Informationen zum Hersteller und zum Produkt sowie die zur Einschätzung notwendigen Informationen wie Analyseberichte und Antworten des Herstellers auf die Fragen in der Selbstauskunft.

Ein Produkt, das nicht auf der Kölner Liste® zu finden, muss nicht zwingend ein erhöhtes Risiko von Verunreinigung haben. Die Kölner Liste® kann zum Produkt einfach keine Auskunft geben, da keine Informationen vorliegen. In diesem Fall macht eine Kontaktaufnahme mit dem Hersteller Sinn - beispielsweise über die Unternehmens- oder Produkt-Homepage. Am besten fragt man nach Informationen, die eine Einschätzung hinsichtlich des Kontaminationsrisikos ermöglichen, denn einige Hersteller testen ihre Produkte in anderen Labors und erhalten von diesen dann Analyseergebnisse.

Risiko der Verunreinigung bei Nahrungsergänzungsmitteln:

Nahrungsergänzungsmittel bergen das Risiko von Verunreinigungen, die zu positiven Doping-Tests führen können. Unterschiedliche Ursachen sind hierbei möglich. Verunreinigungen können durch bewusstes Beimischen von Dopingsubstanzen auftreten, wodurch ein Hersteller versucht, die Wirksamkeit eines Produktes zu erhöhen, oder es handelt sich um unbeabsichtigte Kontamination durch unzureichende Reinigung der im Produktions- oder Verpackungsprozess beteiligten Maschinen. 


Beispielsweise führen Produzenten, deren Produktpalette auch Prohormone und/oder Stimulantien enthält, eine nur unzureichende Reinigung der Produktions- und Verpackungsmaschinen durch. Bei der Produktion und Verpackung von an sich sauberen Nahrungsergänzungsmitteln kommt es somit zu Kontaminationen. Dies ist auch deswegen leicht möglich, da Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln in den USA nicht GMP-Bedingungen (Good Manufacturing Practices) wie die Produzenten von Medikamenten erfüllen müssen.

Vor dem Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln aus dem Internet oder in Bodybuilder-Fachgeschäften muss ebenfalls eindringlich gewarnt werden: Häufig werden Produkte aus den USA bezogen - und von dort stammen auch die meisten Funde verbotener Substanzen in solchen Mitteln. Auch chinesische Produkte sind mit größter Vorsicht zu behandeln. Hinzu kommt, dass ausländische Produkte Substanzen enthalten können, die wegen der gesundheitlichen Risiken in Deutschland bereits verboten oder nur als zugelassene Arzneimittel erhältlich sind.

Was genau sind eigentlich Nahrungsergänzungsmittel?

Als Nahrungsergänzungsmittel (NEM) werden Lebensmittel bezeichnet, die dazu bestimmt sind, die normale Ernährung zu ergänzen. Sie bestehen aus Einfach- oder Mehrfachkonzentraten von Nährstoffen oder anderen Stoffen, die normalerweise mit der Nahrung aufgenommen werden. In der Regel werden sie in "Lebensmittel-untypischer", fertig dosierter Form, also etwa als Tabletten, Kapseln oder Pulver angeboten. Zu den Nahrungsergänzungsmitteln zählen Vitamine (z.B. Vitamin A, B6, C usw.) und Mineralstoffe (z.B. Magnesium, Eisen und Calzium), Aminosäuren, essentielle Fettsäuren, Ballaststoffe, Pflanzen- und Kräuterextrakte sowie Protein- und Kohlenhydrat-Konzentrate.

Im Allgemeinen gelten Nahrungsergänzungsmittel als Lebensmittel, deshalb unterliegen sie der Lebensmittelverordnung und benötigen - anders als Arzneimittel - keine Zulassung. Sie werden demnach auch nicht auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit hin überprüft und unterliegen weniger strengen Kontrollen als Medikamente. Und, was noch schlimmer ist, die Hersteller sind anders als bei Arzneimitteln nicht verpflichtet, alle Inhaltsstoffe auf der Packung anzugeben.